Harfe

Wie unglaublich bezaubernd sind doch der Klang und das Aussehen einer Harfe?

Wenn man Sie erlebt und hört möchte man mehr darüber erfahren.

Nicht ohne Grund reichen die Anfänge der Harfe bis weit in unsere Vergangenheit zurück.

Bereits Jahrtausende lang ist sie lebendig in Musik, Dichtung und bildender Kunst der Weltkulturen. Es gibt zahlreiche Ausgrabungen und Höhlenmalereien auf denen harfenähnliche Instrumente zu erkennen sind.

Im alten Ägypten spielten Priester und Könige auf kostbaren, mit Gold und Edelsteinen verzierten Harfen. Eine regelrechte Blütezeit , mit großem Vertrauen in ihre mythische Kraft. 42 mal erscheint die Harfe im Alten Testament, stets zur Freude und zum Lobe Gottes.

Erste Zeugnisse in Europa stammen aus dem 8 Jahrhundert n. Chr. Irische Harfner zogen umher und trugen Heldenepen vor. Das Wappen Irlands ist die Harfe.

In Gotik, Barock, und Renaissance entfalten sich zahlreiche Formen. Sie ähneln sich in gewisser Weise und erscheinen uns filigran und kunstvoll gearbeitet. Auch heute sind Nachbauten erhältlich. Die ältesten erhaltenen Harfen datieren aus dem 14. Jahrhundert.

Der chromatischen Harfe des 16. Jahrhunderts folgte die Hakenharfe. Sie ermöglicht es Halbtöne durch Haken/Klappen am oberen Ende der Saite einzustellen.

Entscheidend war Georg Hochbruckner´s Erfindung 1699: die Harfe wurde zur Pedalharfe. Es können Halbtöne während des Spielens mit den Füssen eingestellt werden. Diese Einfachpedalharfe wird heute als Volksharfe oder Liederharfe gespielt.

Letztendlich entstand 1810 die erste Doppelpedalharfe durch Sebastian Èrard. Mit Hilfe dieser Doppelfunktion der Pedale kann man erstmals alle Töne spielen und einige sogar doppelt. Damit wurden der Harfe bisher ungeahnte Klang und Modulationsmöglichkeiten erschlossen und sie erhielt ihren Einzug in die großen Konzert und Opernhäuser.

Schade nur, dass Klassik und Romantik der Harfe kaum Entfaltungsmöglichkeiten als Soloinstrument boten. Das Klavier und ähnliche Tasteninstrumente drängten die Harfe in den Hintergrund.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es den französischen Komponisten des Impressionismus und der Art Nouveau, Ravel, Debussy, Pierné, u.a., dass der Harfe neue stilistische und musikalische Ausdrucksmöglichkeiten zugesprochen wurden.

Heute gibt es viele gut ausgebildete Harfenistinnen und Harfenisten wie nie zuvor, trotzdem gehört die Harfe zu den eher seltenen Instrumenten.

Dabei liegt der wirkliche Zauber der Harfe darin, dass ihr Klang durch die direkte Berührung der Hände zu den Saiten entsteht. Auch die oftmals im therapeutischen Bereich eingesetzte Methoden mit der Harfe lassen sich so erklären.

Sowohl Kinder als auch Erwachsene können dieses Instrument jederzeit kennen und spielen lernen.